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Review: Xingbao Maritime Museum

Ganze 5.052 Teile hat das Maritime Museum von Xingbao (XB-01005). Wenn das Set fertig aufgebaut vor einem steht, mag man das kaum glauben. Von den reinen Ausmaßen her ist es nicht viel größer als die LEGO Eckgarage und die hat gerade einmal halb so viele Teile. Wofür braucht Xingbao so viele Steine?

Nun, im Gegensatz zu vielen LEGO-Häusern ist das Xingbao Maritime Museum wirklich massiv. Es ist von allen vier Seiten geschlossen und hat ein wunderbar detailliertes Innenleben. Theoretisch könnte man selbst die Rückseite als Vorderseite nutzen. Die ist zwar nicht ganz so prachtvoll bestuckt, macht für eine Rückseite aber dennoch einiges her. Bei LEGO wäre das Haus hinten wahrscheinlich einfach offen. Das erhöht zwar die Bespielbarkeit, geht aber auf Kosten der Optik. Schon hier sieht man, an wen Xingbao sich mit dem Maritime Museum richtet: Erwachsene.

Langer Aufbau mit teils anspruchsvollen Bauschritten

Dass das Set nicht für Kinder gedacht ist, erkennt man auch an den Bautechniken. Die sind wie, bei Xingbao gewohnt, mitunter ein wenig kompliziert. Damit meine ich nicht, dass man die Anleitung nicht versteht, sondern dass einige Bauschritte ein wenig kniffelig umzusetzen sind. Hier und da benötigt man ein bisschen Fingerspitzengefühl. Manchmal auch ein wenig Kraft. Meiner Einschätzung nach sollten aber auch ältere Kinder kein Problem mit dem Maritime Museum haben – sofern sie über eine normale Frustrationstoleranz verfügen, versteht sich. Hinzu kommt, dass das Set mit über 5.000 Teilen wirklich sehr umfangreich ist und beim Bauen eine entsprechende Ausdauer verlangt. Ein gutes Beispiel ist der Boden, der zugleich eines meiner Lieblingsdetails ist. Ihm haben die Designer ein tolles Fliesenmuster spendiert. Dieses wird aber nicht mit einfachen Tiles gelegt, sondern aus 1×1 modified Bricks gebaut. Diese werden quasi seitlich gelegt, sodass die Noppen verschwinden und nur die glatte Seite der Steine sichtbar ist. Auf diese Weise entsteht außerdem ein Muster, das sich mit klassischen Bautechniken nicht erreichen ließe. Meiner Meinung nach eines der Highlights des Maritime Museums.

Auch andere Teile des Museums sind ein wenig frickelig. Ein anderes gutes Beispiel ist das Treppenhaus, das erst ganz am Ende einigermaßen Stabilität erhält. So ist es übrigens oft: Man muss die Teile während der Zwischenschritte mit den Fingern absichern, damit sie nicht gleich wieder auseinanderfallen. Wenn schlussendlich aber alles zusammengebaut ist, wird man mit einem wirklich schönen Design belohnt.

Ein tolles Displayset mit einigen wackeligen Teilen

Das „Gefrickel“ beim Bauen hat man an mehreren Stellen beim Maritime Museum. Und ganz ehrlich: Bei Xingbao gehört das einfach dazu. Viele Sets sind schlicht nicht für Kinder gemacht und orientieren sich an beliebten Designs aus der AFOL-Szene. Wer den einen oder anderen MOC gebaut hat, weiß, dass der simple Aufbau hier oftmals zugunsten der Optik geopfert wird. Beim Xingbao Maritime Museum sieht man dies unter anderem auch an den Fenstern, die ein wenig wackeln, dafür aber eine tolle Stuckfassade bilden. Trotzdem bin ich der Meinung, dass Xingbao hier noch einmal nachbessern sollte. Irgendwie muss es doch möglich sein, tolle Designs zu schaffen, ohne dabei allzu frickelige Bautechniken zu nutzen. Das würde sicher auch der Stabilität des fertigen Sets gut tun. Denn das Xingbao Maritime Museum hat leider nicht nur eine Stelle, die auch nach dem fertigen Aufbau wackelt. Zu nennen wären hier auch die Fenster im ersten OG auf der Rückseite sowie das Vordach über der Fronteingangstür. Als Displayset eignet sich das Maritime Museum natürlich trotzdem, also keine Sorge.

Wunderbare Details im Innenraum – in einem LEGO-Set leider unbezahlbar

Die einzelnen Stockwerke lassen sich relativ leicht voneinander trennen, sodass wir auch einen Blick ins Innere werfen können. Xingbao hat auch hier geklotzt und nicht gekleckert. Drinnen finden wir nicht nur den tollen gekachelten Boden, den schönen Treppenaufgang, sondern auch, wie es sich für ein Museum gehört, auch einige Exponate. Im Erdgeschoss befindet sich ein großes Aquarium, das mit Fischen, Unterwasserpflanzen und Muscheln gefüllt ist. Daneben gibt es noch ein weiteres kleines Aquarium. Im ersten OG ist ein Skelett ausgestellt, das wahrscheinlich einen Wal darstellen soll. Im zweiten OG, dem obersten Stockwerk, finden wir gleich mehrere Exponate: zwei Haie, ein weiteres Aquarium sowie einen Glaskasten mit Knochen. Allein die Exponate im Maritime Museum würden den Preis bei einem LEGO-Set in astronomische Höhen schießen lassen. Auch hier sieht man, was uns Xingbao bei diesem Set für unser Geld bietet. Schade nur, dass das Haus wohl in den meisten Fällen geschlossen in der Vitrine oder der Stadt stehen wird. Zum Spielen eignet es sich aufgrund der teilweise wackeligen Konstruktionen aber ohnehin nicht.

Das Xingbao Maritime Museum: Fazit

Das Xingbao Maritime Museum ist in meinen Augen das bisher beeindruckendste Set von Xingbao. Nicht nur ist es von der Teileanzahl her das größte, auch übertrifft es die meisten normalen LEGO-Sets optisch und von den gebotenen Inhalten bei weitem. Was mich dennoch ein wenig stört, sind die teilweise wackeligen Konstruktionen. Diese sind natürlich auch der Optik geschuldet. Ich denke, wenn Xingbao dies in Zukunft noch in den Griff bekommt und dabei keine großen Kompromisse beim Design macht, wird es auch unter eingefleischten AFOLs viele neue Fans finden.

Kaufen könnt ihr das Xingbao Maritime Museum unter anderem bei Amazon.

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